Diese Frage können fast alle meine Kund:innen auf anhieb beantworten – und fast alle liegen mit ihrer Antwort falsch! An der Zielgruppe orientiertes Webdesign bedeutet: Der Köder muss dem Fisch schmecken, und nicht dem Angler!
Bevor du damit beginnst, deine Website zu gestalten, solltest du dir ein paar grundlegende Gedanken dazu machen. Stell dir diese eine Frage, bevor du überlegst, welche Inhalte auf die Seite sollen, welchen Farben und welchen Stil du umsetzen willst oder welche Funktionen die Seite haben soll. Am besten sogar noch, bevor du dich für eine Domain entscheidest!
Stell dir diese eine Frage zuallererst:
Wen will ich mit meiner Website erreichen?
Das ist die Frage, die ich allen meinen Website-Kund:innen gleich zu Beginn des Konzeptionierungsgesprächs stelle, und die meisten sind davon ein bisschen überrascht. Ihre logische Antwort lautet: Na, jeden natürlich!
Klar, wir wollen alle am liebten an jeden und jede verkaufen, die uns über den Weg laufen. Wer will schon Umsatz liegen lassen? Von Zufallstreffern können aber die wenigsten leben. Du willst, dass dich die richtigen Leute finden, nämlich die, die dein Angebot wirklich gebrauchen können.
Viel zu wenige Unternehmer:innen machen sich Gedanken über ihre Zielgruppe und erreichen damit nur, dass ihre Werbung ins Leere geht.
Wer ist dein Publikum? Definiere deine Zielgruppe und sprich die richtigen Leute an!
Um herauszufinden, wer die richtigen Leute sind, musst du deine Zielgruppe definieren. Es macht einen Unterschied, ob dein Kernpublikum Männer in den 30ern oder Seniorinnen jenseits der 70 sind. Das Wissen um deine Zielgruppe hilft dir dabei, im Webdesign die richtige Sprache zu sprechen, die richtigen Inhalte einzubauen und deine Website farblich und grafisch auf die Vorlieben deines Publikums abzustimmen. Denn die beste Suchmaschinen-Optimierung nutzt dir nichts, wenn deine Zielgruppe deine Website zwar ganz oben in den Suchergebnissen findet, sich davon aber einfach nicht angesprochen fühlt und weiterklickt.
Knapp daneben ist auch vorbei: Ein Beispiel für Webdesign an der Zielgruppe vorbei
Lass uns ein Beispiel ansehen: Unser Beispielunternehmen ist eine Autoaufbereitungs-Firma. Da gibts viele mögliche Zielgruppen. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie haben ein Auto, das geputzt gehört.
Jemand, der diese eine essenzielle Frage nicht stellt, würde wahrscheinlich einfach drauf los basteln: Schwarzer Hintergrund, rote oder gelbe Akzente, maskulin und cool. Ein bisschen Luxus muss dabei sein und Chrom oder Carbon macht sich auch immer nett. 90 Prozent aller Autoaufbereitungs-Websites sehen so oder so ähnlich aus. Ich hab’s recherchiert! Es haben ja auch alle ziemlich die gleiche Zielgruppe, und die ist eher männlich dominiert.

Was aber, wenn unser hypotetischer Website-Kunde ein ganz anderes Konzept im Sinn hat und junge Mütter ansprechen möchte? Mamas, deren Auto ständig von den Kids mit Essensbröseln, dreckigen Schuhen und Bastelglitzer eingesaut wird … Mamas, die sich nach Sauberkeit sehnen … Mamas, die den ganzen Tag über beschäftigt sind … Mamas, die bereit dafür sind, gutes Geld auszugeben, wenn sich jemand anderes um die Sauberkeit ihres Autos kümmert? Ein Bild wie das oben stehende wird da wohl recht wenig Wirkung zeigen …
Das Beispiel verdeutlicht, wie wichtig es ist, die eigene Zielgruppe zu definieren und ihre Bedürfnisse zu kennen. Denn hat man das getan, ergeben sich die Antworten auf viele Fragen zum Webdesign fast von selbst. Mit ein bisschen Wissen zur Wirkung von Farben, Bildsprache und Formen und mit den richtigen Texten ist es dann ganz leicht, eine Website zu gestalten, die deine Wunschkunden auch anspricht und zu tatsächlichen Kunden macht.
Natürlich ist dieses Beispiel ein wenig extrem und das Konzept gibts vielleicht auch noch nirgends. (Warum eigentlich? Ich würds super finden!) Es macht aber auch einen Unterschied, ob der Autoaufbereiter X seine Dienstleistungen an jemanden verkaufen will, der den Wert seines Fahrzeugs beim Verkauf steigern will, oder an jemanden, der mit seinem Boliden bei der nächsten Tuningshow glänzen will.
Menschen kaufen oft aufgrund von Emotionen und nicht nur aufgrund von Logik. Indem du ihre Bedürfnisse und Wünsche verstehst und in deinem Webdesign darauf eingehst, kannst du eine tiefere Bindung aufbauen und wirst positiv wahrgenommen.
Der Köder muss dem Fisch schmecken
… und nicht dem Angler! So geht ein alter Marketing-Spruch. Bedeutet das jetzt, dass du dich komplett verbiegen sollst und dein Geschmack beim Webdesign überhaupt nicht zählt? Ganz und gar nicht!
Indem du dein Webdesign auf deine Zielgruppe abstimmst, fällt es dir leichter, dein Unternehmen bestmöglich darzustellen! Gerade der Anspruch, es „allen“ recht machen zu wollen, führt oft dazu, dass das Ergebnis eine Website ohne Persönlichkeit und Struktur ist, die weder einer Zielgruppe noch dir gerecht wird.
Ein Blick von außen durch jemanden, der dein Unternehmen aus Kundensicht betrachten kann und auch noch weiß, was diese Kunden bevozugen, kann bei der Websitegestaltung sehr hilfreich sein. Glaubst du, ich kann deine Zielgruppe anhand deiner Website erkennen?